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Sommerekzem

Schweif- und Mähnenekzem, auch Sommerekzem , Sweet itch, Queensland Itch, Summer Itch, Ventral Midline Dermatitis und Summer Seasonal Recurrent Dermatitis (SSRD) genannt. Unterschiedliche Namen für ein großes Problem: Juckreiz bei Pferden

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Die Pferde

Schweif-und Mähnenekzem, das auch Sommerekzem genannt wird, stellt ein großes Problem für Pferde da. Der Juckreiz am Schweif und der Mähne ist so heftig, das die Pferde sich diese Flecke kaputt scheuern. Ein mögliches und noch größeres Problem, ist eine richtige und effiziente Behandlungsweise zu finden. Jeder Pferdebesitzer, dessen Pferd an dem Sommerekzem leidet, hat bestimmt schon viele Produkte ausprobiert. Diese Produkte helfen meistens nicht oder lindern nur für eine kurze Zeit. Es scheint, dass das einzige effiziente Mittel das komplette Abdecken des Pferdes ist. Hierfür werden im Handel spezielle Pferdedecken angeboten.

 

Die Mücken

Die Hauptursache des Sommerekzems ist die allergische Reaktion des Pferdes auf den Speichel von bestimmten kleinen Mücken, den Culicoides. Diese Mücke ist abhängig von den Wetterbedingungen, ab dem frühen Vorjahr bis ungefähr Oktober/November aktiv. Man sieht die Mücken vor allem bei feuchten, etwas drückenden und windstillen Wetter. Die Mücken sind besonders zu Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sowie in waldreichen Gebieten aktiv. Pferde die empfindlich auf Ekzem reagieren und gestochen werden, reagieren erst mit Juckreiz der in der Mähne, dem Schweif und der Bauchnaht beginnt. Pferde, die an ernsthaftem Ekzem leiden können auch an anderen Stellen wie im Gesicht, den Ohren, und auf anderen gefühligen Stellen der Haut an dem Juckreiz leiden.

 

Die Menschen & das Mittel

Den Pferdebesitzern werden zahlreiche  Produkte angeboten: gegen Juckreiz, Produkte die ein Pferd gegen Mückenstiche schützen und Produkte die zu der Kategorie Wundermittel gehören.

Schweif- und Mähnenekzem, ein schnell wachsendes Problem.

Quelle: De Hoefslag

Immer wieder treten Menschen mit der Lösung für das Schweif-und Mähnenekzem, das auch das Sommerekzem genannt wird, in die Öffentlichkeit. Hoffnungsvoll schenken viele Pferdebesitzer diesen Wohltätern das Vertrauen und investieren viel Geld in allerlei Produkte. Eine Genesung bleibt jedoch aus! Leider gibt es kein Wundermittel. Natürlich kann ein Schaden durch ausreichende Vorsorge beschränkt werden. Dafür ist jedoch ein bisschen Hintergrundinformation nötig. Die niederländischen Pferdebesitzer haben schon einige duzende Jahre mit dem Schweif- und Mähnenekzem zu kämpfen. Dieses Problem ist also nicht neu. Julius Peters berichtet das dieses Problem sich im Moment verschlimmert:“ Es kam früher bei ungefähr vier bis fünf Prozent von allen Pferden vor, nun leidet eins von zehn Pferden daran“. Es wird also stets mehr in unserem Land. Es kann aber noch schlimmer kommen: in England ist mit 25 % langsam die Alarmphase erreicht, in Australien liegt der Prozentsatz sogar schon über 50 %! Wer sich umsieht, sieht den Effekt.  Die Pferde die mit einer Jacke bekleidet auf der Weide stehen, sind nicht mehr zu zählen. In dem Gebiet, in dem ich wohne, auf dem Sandboden im Südosten von Friesland, scheuert sich alles! In Zeeland und Nordholland ist das weiniger der Fall, aber auf den Insel sieht man wieder mehr Fälle des Schweif- und Mähnenekzems. Das dieses Problem stets sichtbarer wird, hat mit mehreren Ursachen zu tun: es gibt mehr Pferde, die durchschnittliche Temperatur steigt und die Entwicklung der Natur. Was das Letztere betrifft, muss man vor allem an die Krötentümpel denken, die überall wieder aufgegraben werden. Damit entsteht ein sehr gutes Biotop für Fliegen, die im Bezug auf das Sommerekzem eine wichtige Rolle spielen. Der Verursacher ist die Culicoides, eine kleine Fliege, die ein bis drei Millimeter lang ist.

Die Fliege kommt beinah überall vor sagt Iris Kedde:“ Es legt seine Eier in stillem Gewässer; das Weibchen benötigt dafür Blut. Das Männchen ernährt sich ganz friedvoll von Nektar. Die Fliegen mögen keinen Wind und niedrige Temperaturen, die Temperaturgrenze liegt bei ungefähr 17 Grad. Sie können ab der Quelle an der sie geboren sind, nur zweihundert bis dreihundert Meter aktiv fliegen. Daher ist die zunehmende Anzahl von Krötentümpeln, Teichen, Kanälen und Gräben so verhängnisvoll. Das entfernen eines wichtigen Faktors, wie zum Beispiel ein Fischteich im Vorgarten, kann eine positive Auswirkung auf die Pferde die im Garten stehen haben. Es kann gut sein, das ein Pferd bei Ihnen nicht an dem Ekzem leidet, verkaufen sie es jedoch an einen Nachbar der einen halben Kilometer von Ihnen entfernt wohnt, dann kann es auf einmal an dem Ekzem leiden weil dort bestimmte Faktoren vorkommen. Neben der Culicoides ist auch die schwarze Fliege (simulium spp)ein stets öfter vorkommender Täter. Die Culicoides sticht oftmals auf Mähnen, den Bauch, Beinen und den Schweif. Die schwarze Fliege sticht am liebsten an dem Kopf und den Ohren. Diese Fliege ist ungefähr 5 Millimeter groß und hat einen glänzenden Rücken. Sie legt ihre Eier in strömendem Gewässer und stört sich nicht an Wind. Diese Fliege ist vor allem in tropischen Gebieten bekannt, da sie einen Parasiten überträgt, der die Flusskrankheit verursacht. Die schwarze Fliege kommt in unserem Land schon vor, aber es wurden wenige Untersuchungen ausgeführt. “Explosion“ Es ist sehr wichtig zu untersuchen, worauf ein Pferd speziell allergisch reagiert. Die Culicoides und die schwarze Fliege haben nämliche unterschiedliche Lebensbedingungen und sie sind zu unterschiedlichen Zeiten aktiv. Die Culicoides geht bei Einbruch der Dämmerung und in der Nacht auf die Jagd, die schwarze Fliege jedoch jagt tagsüber. Das Elend beginnt meistens im März und endet im Oktober. Das vergangene Frühjahr hat den Einfluss des Wetters deutlich erkennen lassen. In diesem Jahr begann alles sehr spät, aber dann sehr explosiv. Dann leidet das Pferd wieder innerhalb von zwei Tagen an dem Sommerekzem, sicher wenn es in den vergangenen drei oder vier Jahren auch Opfer des Sommerekzems geworden ist. Die Haut ist dann sehr empfindlich und zeigt oftmals schon eine Narbenbildung. Pferde erinnern sich gut an den Juckreiz und nehmen ihre Gewohnheiten um sich zu scheuern augenblicklich wieder auf. Nach der ersten Explosion in diesem Jahr wurde es sehr kalt und es wehte sehr stark, Umstände die Culicoides nicht so gerne mögen. Das gab Ruhe. Danach wurde das Wetter wieder schwül und warm und es entstand ein erneuter Schub. Blutuntersuchungen gaben Aufschluss über die Art der allergischen Reaktion und mit den neusten Methoden kann man selbst im Winter feststellen, ob ein Pferd an einem Sommerekzem leidet. Dadurch entstehen bessere Behandlungsmöglichkeiten und auch das Stallverhalten kann angepasst werden. Desweiteren besteht die Möglichkeit, beim Ankauf eines Pferdes eine Blutuntersuchung ausführen zu lassen, um sicher zu gehen dass dieses Pferd nicht an dem Sommerekzem leidet! In Belgien geschieht dies schon, sicher in den hohen Preisklassen. “Allergie“ Die Ursache des Schweif-und Mähnenekzem ist also eine Allergie, in der mehrere Faktoren eine richtige Rolle spielen. Es besteht nicht nur ein Übeltäter. Sehr viele Pferde werden durch die obengenannten Fliegen ohne dass dies Folgen hat gebissen. Stress kann zum Beispiel die Allergie verschlimmern. Auch die Ernährung kann eine wichtige Rolle spielen. Fünfzig bis achtzig Prozent der Pferde, die an einem Sommerekzem leiden reagieren auch auf andere Dinge wie zum Beispiel Pollen, Grassorten oder Shampoos allergisch. Die Qual kommt meistens in dem zweiten oder dritten Sommer im Leben eines Pferdes zum Vorschein. Dann ist das Abwehrsystem vollständig entwickelt und kann eine Reaktion erkennen lassen. Es gibt zwei Sorten von Reaktionen: Typ 1 und Typ2. Der Erste arbeitet gegen Viren und Bakterien, der Zweite gegen Parasiten. Das Abwehrsystem von Pferden mit Sommerekzem reagiert sehr radikal. Dadurch entstehen Gewebeschäden und die negative Spirale beginnt sich zu drehen, wodurch unter anderen Histamin freikommt. Und das verursacht den enormen Juckreiz. Man sagt schon mal das Juckreiz nicht so schlimm ist als Schmerz, aber Pferde scheuern sich so lange bis der Juckreiz in Schmerz von der aufgescheuerten Haut übergeht. Für Pferde die sich stark scheuern, kann man am besten ein Bürstengestell anschaffen, dann scheuern sie sich weiniger an Pfählen und Zäunen. Es ist nämlich keine Lösung, ein Pferd innerhalb einer Stromdrahtumzäunung zu halten. Pferde finden immer eine Möglichkeit sich zu scheuern. Juckreiz kann viele Ursachen haben und es ist darum wichtig festzustellen, worauf das Pferd allergisch bzw. empfindlich reagiert.  Die Ursache muss nicht immer das Sommerekzem sein, Pferde reagieren auch auf Läuse, Schimmel, Milben, Maden, Shampoo sowie gegen Nahrungsmittel allergisch! Es wird davon abgeraten, Geschäfte leer zu kaufen und fünf Mittel zugleich zu benutzen. Ein Pferd, das an Juckreiz leidet ist sehr kribbelig und diese Mittel würden das Problem nur verschlimmern. “ Empfindlichkeit“ Warum es so ist, bleibt eine Vermutung, aber fest steht das bestimmte Rassen von Pferden und Ponys empfindlicher als andere reagieren. Besonders der Friese, Isländer und der Shetländer leiden sehr an dem Sommerekzem. Auch der Norweger und der Haflinger kommen heutzutage wieder mehr ins Bild. Bei dem Friesen kann man annehmen, das die Population von einer kleinen Basis abstammt und eventuelle “Konstruktionsfehler“ dann weit verbreitet sein könnten. Aber für den Shetländer gilt dies wiederum nicht. Bei Isländern, die in Europa geboren wurden, liegt die Frequenz auf ungefähr 30 Prozent. Schaut man zu den Isländern, die auf Island geboren werden und später nach Europa kommen, dann sind es 50 Prozent! Ob eines dieser Pferde dann erkrankt, ist auch abhängig von der Jahreszeit in der es nach Europa transportiert wird. Wenn es im Sommer nach Europa gebracht wird, ist das Risiko an dem Sommerekzem geringer als wenn es im Winter nach Europa kommt. In Island kennt man kein Sommerekzem, weil die Fliegen dort nicht vorkommen. Daher werden nun Untersuchungen ausgeführt, da der Pferdeexport wirtschaftlich sehr wichtig für Island ist. Die Frage ist, ob das Sommerekzem erblich oder vielleicht übertragbar ist. Bei Friesen und Shetländern wurde darauf geachtet und es scheint als ob die Erblichkeit eine Rolle spielt. Von dem einen Hengst scheint der Prozentsatz, Fohlen mit Ekzem höher zu sein, als von einem anderen Hengst. Aber man hat noch nicht ausreichend wissenschaftliche Untersuchungen ausgeführt um daraus verantwortungsvolle Schlussfolgerungen zu ziehen. Dasselbe gilt für das Füttern von Zusatzstoffen wie zum Beispiel Knoblauch. Das säubert das Blut, aber dass es hilft die Haut weniger anzüglich für Mücken zu machen, ist nicht bewiesen. Auch viele andere Methoden auf der Basis von Kräutern sind überhaupt nicht wissenschaftlich unterbaut. Wir können uns vorstellen, das ein Pferdebesitzer mit einem Pferd, das an dem Schweif-und Mähnenekzem leidet keinen Rat mehr weiß und sein Pferd darum mit allen möglichen Mitteln einschmiert oder füttert. Aus veterinärer Sicht gibt es keine passende Lösung. Darum wird auch empfohlen, gut nach dem Hintergrund der Qual zu gucken und dann Vorsorge zu betreiben. Durch Prävention Hautprobleme zu vermeiden ist besser als genesen, findet Kedde. Zuerst muss man nachsehen, auf was ein Pferd empfindlich reagiert. Sind es zum Beispiel die Culicoides, dann sollte das Pferd nur im Freien stehen, wenn diese Fliegen nicht aktiv sind. Das bedeutet also auch, dass man das Wetter gut beobachten muss. Für die schwarze Fliege gilt diese Regel ebenfalls. Sie können gute Antifliegenmittel probieren und den Stall zusätzlich gut ventilieren. Dass Sie für eine gute Hygiene sorgen müssen, spricht für sich. Denken Sie dabei auch an die Trinkbehälter auf den Weiden. Manchmal werden dafür Duschwannen oder etwas Ähnliches gebraucht. Aber wenn diese Wasserstellen nicht regelmäßig gereinigt werden und sich dort auch noch eine Schlammpfütze gebildet hat, ist dies der optimale Brutplatz für Fliegen. Machen Sie im Stall kein Licht an, wenn es Draußen dunkel ist, das zieht Ungeziefer an! Eine gute Ekzemdecke bietet Schutz, so dass das Pferd doch nach Draußen kann. Ist die Haut einmal beschädigt, müssen die Wunden gut gesäubert werden um weitere Infektionen zu vermeiden. Sie können die Haut mit Fett oder Öl geschmeidig halten. Babyöl ist dafür geeignet, aber achten Sie darauf, das dieses Öl kein Parfum enthält auf das Ihr Pferd allergisch reagieren könnte. Es gibt einige Formen von medizinischen Behandlungen, die darauf hinweisen das durch eine erhöhte Dosis des Schimmelmittels Insol, das Immunsystem angeregt werden soll. Es ist jedoch noch nicht sicher dass diese Methode wirkt. Die Immuno-Therapie, mit der eine Desensibilisierung erreicht werden soll (nachfolgend an die Therapie bei Heuschnupfenpatienten und Flohallergie bei kleinen Haustieren), scheint gute Ergebnisse abzuliefern. Das Problem ist nur, das der Fabrikant dieses Mittels nicht für trächtige Stuten empfiehlt. Und wir befinden uns hier gerade im Gebiet von vielen friesischen Zuchtstuten. Die Behandlung ist ziemlich arbeitsintensiv und lebenslang notwendig. Die Kosten sind tragbar, sicher wenn man kein Geld in diverse unwirksame Puder, Pillen und Salben investiert.